07.05.2026

Der Raum zwischen Reiz und Reaktion – Viktor Frankl und die Kunst der inneren Klarheit

Von

Wie wir durch Achtsamkeit und Körperbewusstsein den inneren Raum entdecken, von dem Viktor Frankl spricht – und warum dieser Raum unser Alltagshandeln verändert.

Viktor Frankl schrieb:  
„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum.“

Dieser Raum ist ein Ort von Freiheit.

Von Möglichkeit.  
Von Wahl.

Doch im Alltag erleben wir genau das Gegenteil:  
Wir reagieren schnell, automatisch, unter Druck.  
Der Raum schrumpft – oder wir nehmen ihn gar nicht wahr.

Was diesen Raum verengt

- Stress  
- innere Anspannung  
- alte Gewohnheiten  
- Erschöpfung  
- Erwartungsdruck  
- fehlende Körperwahrnehmung

Wenn wir nicht fühlen, was in uns passiert, *reagiert* unser System automatisch.

Wie wir diesen Raum erweitern

Er wird größer, wenn wir beginnen zu spüren statt zu funktionieren.

1. Körperwahrnehmung
Der Körper ist immer jetzt.  
Wenn wir ihn spüren, landen wir im Moment.

2. Gefühlstönung erkennen (+3 bis –3)
Ein kurzer innerer Check:  
*Bin ich gerade angespannt? Müde? Überschwänglich? Gereizt?*

Das verändert alles.

3. Den inneren Anteil erkennen
Welcher Teil in mir hat gerade das Steuer?  
Der Getriebene? Der Erschöpfte? Der Perfektionist?

4. Gedankentempo spüren
Ist mein Geist wie „Affengeist“, reißender Strom oder ruhiger See?

5. Beobachter
Der Raum, der all das sieht – ohne sich hineinziehen zu lassen.

Das sind deine fünf Ebenen der inneren Arbeit.  
Sie machen Frankls Satz im Alltag erfahrbar.

Eine Mikro-Übung

Wenn ein Reiz kommt – ein Kommentar, eine Mail, ein Blick –, dann:
1. Ausatmen.  
2. Füße spüren.  
3. Innen leise sagen: *„Warte.“*  
4. Erst dann reagieren.
Fünf Sekunden, die das ganze Gespräch verändern können.

Aber vielleicht kennst du das:
Du liest etwas, probierst es ein paar Mal aus –
und nach einigen Tagen gerät es wieder in den Hintergrund.
Das ist kein persönliches Versagen.
Es ist ein ganz natürlicher Teil von Veränderung.
Der Unterschied entsteht oft nicht durch mehr Wissen,
sondern durch Erfahrung, Wiederholung und Begleitung.
In meinen Kursen geht es deshalb nicht darum, neue Techniken zu lernen.
Sondern darum, diese kleinen Momente im Alltag wirklich zu verankern:
    • im eigenen Tempo 
    • mit Rückmeldung 
    • und in einem Rahmen, der trägt 
Denn der Raum zwischen Reiz und Reaktion entsteht nicht einmal –
sondern immer wieder neu.
Wenn du diesen Weg nicht alleine gehen möchtest,
in meinen Kursen üben wir genau diese Momente gemeinsam, damit sie verlässlicher werden. 


Einblick in die Kurse

Über den Autor

Marcus Petzold arbeitet als Sozialarbeiter, Achtsamkeitstrainer und QiGong-Lehrer.
Er begleitet Menschen dabei, Körperbewusstsein alltagstauglich und ohne Leistungsdruck zu entwickeln.

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